Neuburger T., Hinrichs C.
Mechanismen des institutionellen Antiziganismus,
2023,
цитирований: 0,
doi.org,
Abstract
Im Januar 2013 veröffentlichte der Deutsche Städtetag ein Positionspapier zu den Fragen der Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien um „auf gravierende Fehlentwicklungen“ hinzuweisen, „die die kommunale Ebene über Gebühr belasten und keiner Lösung vor Ort zugeführt werden können“ (Deutscher Städtetag 2013, S. 1). Das seit den EU-Beitritten Bulgariens und Rumäniens im Jahr 2007 von den neuen Unionsbürger_innen in Anspruch genommene Recht auf Freizügigkeit führe zu sozialen und ökonomischen Problemlagen, für deren „Bewältigung ein koordiniertes Zusammenwirken von Bund, Ländern, europäischer Ebene und anderen relevanten Akteuren erforderlich“ (Deutscher Städtetag 2013, S. 1) sei. Das Papier des Städtetags zeichnet sich durch eine äußerst bedeutsame Kategorisierung von Migrant_innen aus: neben „qualifizierten EU-Bürgerinnen und Bürgern, die bereits in ihren Herkunftsländern vergleichsweise gute Partizipationschancen hatten und auch in Deutschland schnell Fuß fassen“ könnten, benennt das Papier eine problematisierte und als Belastung wahrgenommene Migrant_innengruppe, „die in den neuen Beitrittsstaaten teilweise unter prekärsten Bedingungen leben“ und „die Chance zu einer Verbesserung der eigenen Lebenssituation im übrigen Europa suchen“ (Deutscher Städtetag 2013, S. 2).